Medikamente einzunehmen, ist nicht immer leicht: 7 Tricks, damit sie besser rutschen

Medikamente einzunehmen, ist nicht immer leicht: 7 Tricks, damit sie besser rutschen

Rund 2000 Mal schlucken wir am Tag, ohne bewusst darauf zu achten. Doch wenn es darum geht, Medikamente in Form von Pillen und großen Tabletten zu schlucken, beginnt das Gedankenkarussell: Wie bekomme ich die Tablette hinunter? Was mache ich, wenn sie stecken bleibt?“ Besonders Senioren müssen zahlreiche Mittel einnehmen. Ein trockener Mund oder auch eine Schluckstörung erschwert oft die Einnahme. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn der unangenehme, aber angeborene Würgreflex auftritt.
Wir von HUMANIS kennen jedoch einige kleine Hilfsmittel, die Ihnen helfen können, dieses Problem aus der Welt zu schaffen:

1. Mit Lebensmitteln mischen
Eingerührt oder verpackt in Pudding, Brei oder Marmelade rutscht die bittere Medizin schneller. Der Geschmack dieser Lebensmittel verdeckt zusätzlich den bitteren Nachgeschmack. Achten Sie aber darauf, mit welchen Lebensmitteln die Medikamente sich vertragen und fragen Sie sicherheitshalber Ihren Apotheker. Antibiotika beispielsweise vertragen sich schlecht mit Milchprodukten.
Geht das nicht, können Sie die meisten Medikamente auch zerkleinern. Je nachdem, welches Medikament Sie zu sich nehmen, können Sie es mit einem Mörser zerkleinern und ebenfalls unter die Nahrung mischen. Kapseln sollten jedoch nicht ohne Absprache geöffnet werden. Denn in den meisten Fällen dient die Hülle als Schutz und verhindert gefährliche Komplikationen.

2. Tabletten teilen
Wenn Tabletten zu groß sind, können sie meist auch geteilt werden. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht jedes Medikament ist zum Teilen gedacht. Manche Rillen dienen auch ehr der Verzierung und können durch das Halbieren den Wirkstoff verringern oder sogar verstärken. Achten Sie deshalb auf den Beipackzettel und fragen Sie nach. Auch Mitarbeiter eines Pflegedienstes können Sie zu speziellen Techniken und über praktische Hilfsmittel des Tabletten-Teilens beraten.

3. Für einen feuchten Mund sorgen
Je feuchter die Mundschleimhaut, desto besser können Sie die Tablette hinunterschlucken. Deshalb gilt vor der Einnahme: Einen Schluck Wasser trinken und im Nachgang mit mindestens 200 Milliliter Leitungswasser nachzuspülen, damit die Arznei nicht im Rachen kleben bleibt. Das ist auch deshalb wichtig, weil manche Wirkstoffe die Schleimhaut im Rachen verletzen können. Flüssigkeiten, wie Kaffee, Saft oder Milch können die Wirksamkeit der Wirkstoffe ebenfalls beeinflussen.

4. Die richtigen Schlucktechniken anwenden
Zunächst gilt es, die Medizin immer in einer aufrechten Position einzunehmen, im Stehen bzw. im aufrechten Sitzen. Wenn Patienten bettlägerig sind, müssen auch diese aufgerichtet werden. Viele neigen sonst unbewusst dazu, den Kopf in den Nacken zu werfen. So fließt das Wasser schneller ab und die Tablette bleibt häufig stecken. Besser ist es, den Kopf beim Schlucken leicht nach vorn zu beugen. Auch der Flaschen-Trick und Kapsel-Nick-Trick sind zwei hilfreiche Mittel. Bei Ersterem neigen Sie Ihren Kopf leicht nach hinten und legen die Kapsel auf ihre Zunge. Mit Ihrem Mund umschließen Sie die Flaschenöffnung einer elastischen Plastikflasche. Saugen Sie an der Wasserflasche, so rutscht die Kapsel gleichzeitig mit dem Wasser hinunter. Bei der zweiten Methode legen Sie ebenfalls die Kapsel auf die Zunge und nehmen einen Schluck Wasser und behalten sie im Mund. Beugen Sie Ihren Kopf zur Brust und schlucken Sie beides hinunter.

5. Medikamente in anderen Formen einnehmen
Wenn es mit dem Schlucken einfach nicht funktionieren möchte, versuchen Sie, Ihr Medikament in einer anderen Darreichungsform zu bekommen. Es gibt viele Wirkstoffe nicht nur in Tablettenform, sondern auch in Tropfen, Lösungen, Pulver oder auch als Schmelztabletten. Fragen Sie Ihren Arzt einfach, ob Ihr Medikament in anderer Form verfügbar ist.

6. Wenn die Schluckbeschwerden nicht vorbei gehen
Schluckstörungen sind nicht nur eine Kopfsache oder das Resultat von Tablettenmüdigkeit. Auch andere Krankheiten wie Schlaganfall, Parkinson oder Erkrankungen der Speiseröhre können die Ursache dafür sein. Hinzu kommt, dass bestimmte Medikamente auch Schluckbeschwerden als Nebenwirkungen haben. Sprechen Sie dies in jeden Fall beim nächsten Arztbesuch an. Logopäden raten auch dazu, das Schlucken zu üben, indem Sie sich bewusst vorstellen, einzelne Tabletten zu schlucken.
Doch auch die richtige Tageszeit spielt bei der Medikamenteneinnahme eine Rolle und kann die Einnahme erleichtern.

7. Arznei verpacken
In den Apotheken gibt es für jede Tablettengröße und Kapsel einen speziellen Überzug. Diese glatte Hülle vereinfacht das Schlucken und verhindert den bitteren Beigeschmack ohne dabei die Wirkung zu beeinträchtigen. Fragen Sie bei nächsten Besuch in Ihrer Apotheke nach.

Obwohl Medikamente notwendig sind, haben dennoch viele Menschen eine Scheu davor, einzunehmen. Fast jeder zehnte Betroffene nimmt seine Tabletten nicht ein, obwohl sie dringend benötigt werden. Ungewollte Komplikationen oder die Verschlechterung des Gesundheitszustandes sind meist die Folgen. Unsere Tipps sind vielfach im Pflegealltag von HUMANIS erprobt und sollen Ihnen helfen. Probieren Sie sie aus.