Influenza bei Senioren: Symptome, Vorbeugung und Tipps

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Wenn es draußen kälter und nasser wird, schnieft und hustet ein Großteil der Menschen. Handelt es sich nur um Erkältung, verläuft diese meist harmlos. Doch gefährlicher wird es, wenn Sie sich eine Grippe eingefangen haben. Denn diese kann vor allem für Senioren besonders riskant sein.

Influenza bei Senioren

Herbst: Leichter krank, wenn es kälter wird

Warum ist Herbstzeit eigentlich Erkältungszeit? Kalte Füße und sinkende Temperaturen lösen zwar selbst keinen Schnupfen aus, begünstigen dies jedoch. Schuld sind aber letztendlich Erkältungsviren, die vor allem im Herbst vermehrt auftreten. Sie haben zudem in dieser Jahreszeit ein leichteres Spiel, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Verkühlung ist ein Grund, der dazu führen kann, ebenso wie Stress oder eine schlechte Ernährung.

Aber auch der Umstand, dass wir in den kühlen Monaten uns mehr in warmen Innenräumen aufhalten, führt zu vielen Erkältungen. Denn die trockene Heizungsluft darin schädigt die natürliche Schutzschicht aus – die Schleimhäute in Nase und Mund werden stärker ausgetrocknet, deren Inhaltsstoffe gegen krankmachende Erreger arbeiten.

Grippe oder Erkältung: So unterscheiden sich die Krankheiten

Läuft die Nase und kratzt der Hals, ist oft die Frage, ob es sich um eine Erkältung oder eine Grippe handelt. Nicht immer sind diese beide Krankheiten leicht voneinander zu unterscheiden. Wichtigster Unterschied: Bei einer Grippe treten die Symptome oft schlagartig auf.

Auch hat sie meist einen schwereren Verlauf als eine Erkältung, während eine Erkältung oft nach einer Woche überstanden ist, komplikationsarm verläuft und schon mit Hausmitteln behandelt werden kann. Die echte Grippe hingegen wird von Influenza-Viren ausgelöst, per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen und kann mit Komplikationen einhergehen: zum Beispiel mit einer Lungenentzündung.

Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Charakteristika:

Erkältung (grippaler Infekt)Grippe (Influenza)
– laufende oder verstopfte Nase– plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl
– Husten (anfangs kaum Auswurf, Reizhusten, später mit Auswurf)– trockener Husten
– leichtes Fieber– Halsschmerzen
– allgemeines Krankheitsgefühl– hohes Fieber
– teilweise Kopfschmerzen– Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen
 – Komplikationen möglich

Gefahr für Senioren: Darum ist eine Grippe für sie so gefährlich

Gerade für ältere Menschen ist die Influenza gefährlich. Je älter die Patienten sind, desto kritischer verläuft die Krankheit oft. Experten sehen hier das nachlassende Immunsystem im Alter als Grund, warum eine Influenza bei Menschen über 60 Jahre oft mit Komplikationen verläuft und auch zum Tod führen kann.

Ältere Menschen leiden zudem oft an Vorerkrankungen, die die Influenza verschlimmern kann. Das sind beispielsweise chronische Lungen- oder Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Die Grippe lässt das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ansteigen, wie wissenschaftliche Studien bereits belegt haben.

Hinweis: In der Grippesaison 2019/2020 sind laut dem Robert-Koch-Institut rund 4,9 Millionen Menschen wegen Grippesymptomen beim Arzt gewesen – insgesamt 541 Menschen sind in Deutschland durch eine Influenzainfektion gestorben. Die Grippesaison wird dabei zwischen der 40. Kalenderwoche (Anfang Oktober) und 20. Kalenderwoche (Mitte Mai) definiert.

Schwer zu erkennen: Andere Influenza-Symptome im Alter

Senioren sind jedoch nicht nur durch Vorerkrankungen gefährdet – Menschen über 60 Jahre zeigen auch nicht immer die typischen Influenza-Symptome. Denn bei einem gealterten Immunsystem sind Abwehrmechanismen wie beispielsweise die Thermoregulation durch Fieber abgeschwächt.

Das macht die Erkrankung für sie besonders tückisch. Manche ältere Menschen haben oft keine plötzlich auftretenden Symptome, sondern einen schleichenden Verlauf, ein Drittel sogar ohne Fieber. Bei Senioren kommen hingegen akute Verwirrtheit und allgemeine Schwäche als Symptom hinzu.

Das kann zu einer verzögerten Diagnose kommen. Je später jedoch eine echte Grippe erkannt wird, desto riskanter ist sie bezüglich der Komplikationen.

So können Sie eine Grippe vermeiden

Vorbeugung: So können Sie eine Grippe vermeiden

Daher ist es gerade für Senioren besonders wichtig, sich in der Grippesaison zu schützen und Krankheiten vorzubeugen. Einfache Maßnahmen sind gründliches Händewaschen und der Verzicht auf Händeschütteln bei der Begrüßung.

Das kann die Ansteckungsgefahr mindern. Aber auch Wechselduschen, Saunagänge und regelmäßige Spaziergänge in warmer Kleidung sind wenig aufwendige Mittel, die das Immunsystem stärken.

Senioren sollten zudem regelmäßig lüften und viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um die zusätzliche Belastung der Schleimhäute durch die trockene Heizungsluft auszugleichen. Ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von Dauerstress sind ebenfalls wichtige Faktoren, die das Immunsystem stärken und vor einer Erkrankung schützen können.

Empfohlene Grippe – Impfungen für Senioren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt zudem Senioren, sich jährlich gegen die Grippe impfen zu lassen. Die jährlich neu angepassten Impfstoffe schützen gegen vier verschiedene Grippevirussubtypen.

Der richtige Zeitpunkt ist rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison im Oktober oder November. Das menschliche Abwehrsystem braucht rund zwei Wochen, um einen Immunschutz aufzubauen. Aber auch später im Jahr kann eine Impfung sinnvoll sein.

Zudem empfiehlt die STIKO Menschen über 60 Jahren auch eine Impfung gegen Pneumokokken, die häufig Erreger von bakteriell verursachten Lungenentzündungen sind. Diese sollte je nach Gesundheitszustand alle sechs Jahre aufgefrischt werden.

Fazit: Senioren sollten sich gegen die Influenza impfen lassen

Die echte Grippe lässt sich nicht immer einfach von einer Erkältung unterscheiden. Aber gerade für Senioren kann sie aufgrund des gealterten Immunsystem besonders gefährlich sein – häufig treten Komplikationen auf, die bis zum Tod führen können. Daher ist wichtig, dass sich Senioren besonders in der kalten Jahreszeit schützen und sich sogar gegen Grippe impfen lassen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Adriano Pierobon

Adriano Pierobon

Mit der Maxime „Das Denken im Nutzen“ einer der Pioniere für die Dienstleistung der häuslichen Rund um die Uhr Pflege in Deutschland. Seit über 30 Jahren!
Scroll to Top