Alte Menschen und Medikamente, Bluthochdruckmedikamente, Teil 6

Alte Menschen und Medikamente, Bluthochdruckmedikamente, Teil 6

Bluthochdruck

Fast jeder zweite Mensch ist von Bluthochdruck betroffen. Er gilt als Risikofaktor Nummer Eins bei Herz-Kreislauf-Beschwerden. So wundert es nicht, dass Drei von Vier Senioren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind. Meist wird er medikamentös gesenkt, da Bluthochdruck lebensgefährlich werden kann. Die Präparate verhindern Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Komplikationen. Einige wenige jedoch sind für ältere Menschen bedenklich.

Wie wirken die Präparate?

Der biologische Rhythmus des Körpers bestimmt den Blutdruck, der wiederum von der Tageszeit abhängig variieren kann. Bestimmte Hormone sorgen dafür, dass sich Blutgefäße verengen können. Ist dies der Fall, so wird ein ACE-Hemmer eingesetzt, der die Bildung des Hormons verhindert.

Bei Patienten, bei denen der Blutdruck auch nachts nicht fällt, sondern konstant hoch bleibt, wird ein Kalziumkanalblocker eingesetzt, welcher die Gefäße erweitert und so das Schlaganfall- bzw. Herzinfarktrisiko minimiert. Ein weiterer Mechanismus ist die Blockade von Alpha- und Beta-Rezeptoren am Herzen und in den Wänden der Blutgefäße, welche auch das Gehirn versorgen.

Durch den Einsatz von Wirkstoffen, wie z.B. Diuretika, besteht zudem die Möglichkeit, mit Salz- und Wasserausscheidungen in den Nieren den Blutdruck ebenfalls zu senken.

Welche Probleme können auftreten?

Problematisch ist eine mögliche direkte Wirkung einiger Medikamente im Gehirn. Im Alter reagieren die Gehirnzellen empfindlicher, sodass eine Medikation zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann. Manche der Präparate wirken überaus stark und führen somit zu einem abrupten Abfall des Blutdrucks. So kann es bei Methyldopa und Nifedipin zu Kreislaufproblemen kommen, die sich im Einzelfall auch zu starker Benommenheit oder gar Bewusstlosigkeit führen können, in deren Folge Stürze oder Schlimmeres vorfallen kann. Daher ist es nicht ratsam, die erhöhten Werte drastisch zu senken, sondern sie eher in einen Normbereich von 135/85 mmHg zu bringen.

Was sind alternative Lösungen?

Glücklicherweise gibt es aber auch für ältere Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine ausreichende Zahl alternativer Medikationen, die gut verträglich sind. Auch eine Senkung des Blutdrucks ganz ohne Medikamente ist möglich. Hierfür gibt es medizinische Ratgeber, die dabei helfen können. Allerdings sollte dies vorher immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen sein, um gravierende Folgen auszuschließen.

 

Grundsätzlich sollten jedoch einmal im Jahr alle Medikamente mit der PRISCUS Liste abgeglichen werden. Die Liste selbst finden Sie hier zum Download (https://www.bmbf.de/pub/Medikamente_im_Alter.pdf) oder lassen Sie lassen sich die Broschüre kostenfrei schicken: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock, 030 18 272 2720

Wirkstoff Eingesetzt bei Nebenwirkungen Alternative Wirkstoffe
Doxazosin Bluthochdruck ·         Mundtrockenheit

·         Verstopfung

·         Kreislaufprobleme

·         Probleme beim Wasserlassen

·         höheres Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen als bei anderen Bluthochdruckmedikamenten

ACE-Hemmer

(Ramipril, Enalapril u.a.)

 

 

 

AT1-Blocker

(Losartan, Telmisartan u.a.)

 

 

 

(Thiazid-) Diuretika (Hydrochlorothiazid)

 

 

 

Betablocker

(Metoprolol, Carvedilol u.a.)

 

 

 

Langwirksame Kalzium-Antagonisten

(Amlodipin u.a)

 

Prazosin Bluthochdruck
Terazosin Bluthochdruck
Clonidin Bluthochdruck ·         Schwindel

·         Kreislaufprobleme

·         teilweise ungünstige Wirkung auf geistige Leistungsfähigkeit

Reserpin Bluthochdruck ·         kann zu Traurigkeit, Benommenheit und Schwindel führen

·         negative Auswirkung auf geistige Leistungsfähigkeit möglich

Methyldopa Bluthochdruck ·         bei älteren Menschen wurden Kreislaufprobleme bis hin zu Bewusstlosigkeit und starker Benommenheit beschrieben
Nifedipin (nicht retardiert) Bluthochdruck ·         Schnell wirkendes Medikament, das zu ausgeprägten Kreislaufproblemen führen kann und im Vergleich zu anderen Bluthochdruckmedikamenten mit erhöhter Sterblichkeit assoziiert ist