Gesundheit und Ernährung: Wir sind, was wir essen

Nahrung, ohne sie funktionieren wir nicht. Essen und Trinken sind die Betriebsstoffe der Maschine Mensch. So wie etwa ein Motor meist bestimmte Betriebsstoffe benötigt, die auf ihn abgestimmt sind, so kommt es darauf an, dass der Mensch die richtige Ernährung zu sich nimmt. Allerdings ist der menschliche Organismus weit toleranter gegenüber der falschen Ernährung als etwa ein Benzinmotor gegen das falsche Motoröl. Das aber hat gesundheitliche Folgen, was nicht selten erst im Alter so richtig in Erscheinung tritt.

Der Mensch, ein Mehrstoffmotor

Die Bandbreite dessen, was der Mensch essen kann, ist enorm. Biologisch gesehen sind wir Generalisten, was fraglos auch ein Teil unseres Erfolgsrezeptes ist. Allerdings ist nicht alles, was wir essen können, auch wirklich gut für uns. Neben dem Energie-Inhalt eines Nahrungsmittels sind weitere Bestandteile von Bedeutung, die Körperfunktionen langfristig unterstützen und nicht etwa beeinträchtigen. In dieser Hinsicht hat die moderne Zivilisation ein Problem, weshalb das Thema Abnehmen im Alter immer aktueller wird. 

Ernährung und Gesundheit gehen Hand in Hand

Der menschliche Organismus ist ein unglaublich kompliziertes Räderwerk, das perfekt ineinander greift, wenn denn alles stimmt. Obwohl die Medizin in ihren Fachgebieten weit fortgeschritten ist, sind noch längst nicht alle Zusammenhänge bekannt. Immerhin weiß die Forschung, was und wie viel benötigt wird, um dem Körper seine Funktionalität und auch seine Vitalität zu erhalten. Nur wird allzu oft von dem einen zu viel und von dem anderen zu wenig gegessen und getrunken. Eine wirklich ausgewogene Ernährung, zusammen mit etwas Bewegung, sorgt für das, was allgemein als ein gesunder Geist in einem gesunden Körper bekannt ist. Tatsächlich wirkt sich Übergewicht auch auf die Psyche eines Menschen negativ aus. 

Was ist denn gesundes Essen?

Auch wenn wir uns durch zivilisatorischen Fortschritt von der Natur immer mehr entfernen, so sind wir doch ein Produkt Jahrmillionen andauernder Evolution. Was unser Körper benötigt, findet sich normalerweise in der natürlichen Umgebung, wie Ballaststoffe, Fette, Mineralien, Proteine und Vitamine. All dies ist in pflanzlicher und tierischer Ernährung enthalten und auch in den Produkten aus dem Supermarkt, nur oft mit einem starken Ungleichgewicht und mit Zusatzstoffen, die die Natur nicht kennt. Im Grunde lässt sich die Antwort auf die Frage nach gesundem Essen so beantworten, das der Weg von der Erzeugung, also Zucht und Ernte, bis zum Verbrauch so kurz und mit sowenig verarbeitenden Zwischenschritten wie möglich sowie abwechslungsreich sein sollte. Noch einfacher: der Wochenmarkt mit regionalen Produkten vom Direkterzeuger ist die beste Quelle für gesundes Essen.

Warum sind viele Menschen im Alter übergewichtig?

Bei einem 20- oder 30-jährigen Menschen funktioniert der Metabolismus oder der Stoffwechsel in der Regel einwandfrei, wenn es nicht bereits in diesem Alter zu einer einseitigen Ernährung kommt. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich jedoch der Stoffwechsel. Der Organismus benötigt mehr Zeit für den Anabolismus wie für den Katabolismus, den Auf- und den Abbau von Stoffen im Körper. 

Viele ältere Menschen passen jedoch ihre Ernährungsweise nicht diesem verlangsamten Metabolismus an und bevorzugen dazu noch fett- und zuckerreiche Nahrungsmittel. Der Körper reagiert darauf, indem das aufgenommene Fett und auch die überschüssige Glukose eingelagert werden. Auf der anderen Seite bauen sich Fettzellen im Alter wesentlich langsamer ab, da die körperliche Aktivität zurückgefahren wird. Das Gewicht steigt und damit auch die Gefahr einer Folgeerkrankung.

Probleme mit der Ernährung im Alter

Es ist nicht immer das Übergewicht, das zum Beispiel in der häuslichen Pflege zur Sorge Anlass gibt. Mit zunehmendem Alter schränkt sich die Funktionalität der Sinne ein. Schwerhörigkeit ist ein oft beobachtetes Phänomen, das in den Vordergrund tritt, weil die Verständigung erschwert wird. Eher unbemerkt bleiben meist der nachlassende Geschmacks- und Geruchssinn. Viele Speisen beginnen fade zu schmecken und zu riechen. Hinzu kommen Verdauungsschwierigkeiten. Das alles kann zur Appetitlosigkeit führen und auch zu einer gefährlichen Mangelernährung im Alter. Ein besonderes Thema sind hierbei bestehende oder erst entstehende Unverträglichkeiten in der Ernährung.

Die häufigsten Unverträglichkeiten im Alter

Unverträglichkeiten und Allergien werden oft miteinander verwechselt oder in einen Topf geschmissen. Das aber ist falsch. Bei einer Allergie reagiert der Körper mit einer immunologischen Reaktion, das kann von der Bläschenbildung auf der Haut bis hin zu asthmatischen Beschwerden gehen, wobei schon winzigste Mengen ausreichen, eine Allergie auszulösen. 

Eine Lebensmittel-Unverträglichkeit ist nicht von einer Reaktion des Immunsystems begleitet. Vielmehr treten meist milde bis starke Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auf. Dabei kann es auch auf die Menge ankommen, die von dem unverträglichen Lebensmittel gegessen wurde. Die bekannteste Unverträglichkeit in Deutschland ist die Laktose-Intoleranz, die Unverträglichkeit von Milchprodukten. Den betroffenen Menschen, etwa 15 % der Bevölkerung, fehlt das entsprechende Enzym Laktase, das den Milchzucker im Darm aufspalten könnte. 

Gerade bei älteren Menschen können aber auch andere Unverträglichkeiten auftreten, so etwa die Unverträglichkeit gegenüber Getreide, in dem Gluten vorkommt. Gluten, ein Klebereiweiß, greift die Oberfläche des Dünndarms an und baut dessen Fähigkeit ab, die verschiedenen Nahrungsbestandteile aufzunehmen. Die Folge kann eine Mangelernährung sein. 

Weitere mögliche Unverträglichkeiten können durch Fructose, Fette, Koffein und Histamin ausgelöst werden. Histamin findet sich in Fisch, Wein, Sauerkraut oder Edelpilzkäse und das körpereigene Histamin wird beispielsweise durch Zitrusfrüchte, Tomaten oder Erdbeeren freigesetzt. Letztlich sind mitunter auch Antibiotika, Konservierungsmittel oder Pestizide für die Auslösung einer Unverträglichkeit verantwortlich.

Abnehmen mit Unverträglichkeiten im Alter?

Eigentlich hört es sich doch gut an. Wenn ein älterer Mensch über Unverträglichkeiten klagt, reduziert dies doch die Auswahl an Speisen, womit sich das Abnehmen erleichtern sollte? Tatsächlich ist es eher umgekehrt, da durch die Unverträglichkeiten mitunter Speisen wegfallen, die das Abnehmen unterstützen und die Speisefolge kann zu einseitig werden. So erschwert sich etwa die Berechnung der Broteinheiten anhand der Austauschtabellen, was die Zusammenstellung eines Diätplanes kompliziert machen kann. Es muss darum genau darauf geachtet werden, wie sich die Lebensmittel kombinieren, wobei es wichtig ist, ein Protokoll zu führen und ebenso wichtig ist es, für die unverträglichen Lebensmittel Alternativen zu finden.

Auch regelmäßig einzunehmende Medikamente sind manchmal die Auslöser für Unverträglichkeiten, aber auch für Appetitlosigkeit und einer daraus resultierenden Mangelernährung.  

Die Ernährung neu aufbauen

Alte Gewohnheiten lassen sich oft nur schwer ablegen, selbst wenn sie mit Beschwerden verbunden sind. Wer sein Leben lang am Morgen einen starken Kaffee getrunken hat und im Rentenalter genau diesen Kaffee nicht mehr verträgt, wird sich schwertun, davon abzulassen, selbst wenn es im Darm rumort.

Es braucht schon etwas Überzeugungsarbeit, wenn etwa im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung ein älterer Mensch sanft dazu hingeführt wird, die Ernährung umzustellen, um Unverträglichkeiten auszuschließen und gleichzeitig das Gewicht zu reduzieren. Letztlich aber wird sich der Schützling davon überzeugen lassen, wenn das körperliche Wohlbefinden steigt. So könnte etwa der Speiseplan langsam neu aufgebaut werden, vielleicht zunächst beginnend mit Kartoffeln, Reis und Geflügel, um ihn dann langsam zu erweitern. Gerade für ältere Menschen besitzt auch die Form eine besondere Bedeutung. Essen darf, wenn möglich, ruhig ein bisschen festlich zelebriert werden. Wenn schon der Geruchs- und der Geschmackssinn nachlassen, soll sich zumindest das Auge daran erfreuen. Übrigens kann auch etwas stärker gewürzt werden, natürlich nicht oder nur wenig mit Salz.

Fazit

Gesunde Ernährung im Alter hat nicht nur etwas mit biologischen Funktionen zu tun, die dadurch unterstützt und, wie durch das Abnehmen, normalisiert werden. Es geht auch darum, Lebensfreude zu wecken und da sind wir wieder beim gesunden Geist im gesunden Körper. Dieses Ziel zu erreichen ist für die einzelne, oft alleinstehende ältere Person nur sehr schwer zu erreichen. Ein 24-Stunden-Pflegedienst kann da durchaus kleine Wunder bewirken.  

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Adriano Pierobon

Adriano Pierobon

Mit der Maxime „Das Denken im Nutzen“ einer der Pioniere für die Dienstleistung der häuslichen Rund um die Uhr Pflege in Deutschland. Seit über 30 Jahren!
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