24 Stunden im Bett – Selbstversuch

Der tägliche Umgang mit an Demenz erkrankten Personen stellt Pflegepersonal regelmäßig vor große Herausforderungen. Neben einer gelungenen Kommunikation ist es vor allem die Fähigkeit der Pflegenden, Gefühlslagen oder Bedürfnisse der Erkrankten zu erspüren und auf diese adäquat einzugehen. Dies erfordert von den Pflegenden eine ständige Bereitschaft an sich selbst zu arbeiten. Geschieht dies nicht besteht die Gefahr, dass sich in der täglichen Routine der „Pflegearbeit“ eine Form von Resignation einstellt, ein Abstumpfen, das keine ausreichende  Nähe zum Erkrankten ermöglicht und diesen mehr oder weniger als Objekt behandelt.

Im Spannungsfeld von Kostendruck und Effizienz ist es für viele Pflegende nicht leicht, ihren Anspruch von traditionellen Ethos und Fürsorge für die Erkrankten nach ihren Vorstellungen auszuleben (Brucks beschreibt den Alltag der Pflegekräfte als ein chronisches Ungleichgewicht zwischen den eigenen Idealen und den täglich erlebten Handlungserfordernissen, die miteinander in vielfältigem Widerspruch stehen). Aber genau diese Widerstandskraft der Pflegenden (Resilienz) ist als Ressource heute mehr als je gefragt und nötig.

24 Stunden im Bett – kein Vergnügen

Wie so oft im Leben, sind es die kleinen Dinge, die uns zum Nachdenken oder zum Reflektieren unserer eigenen Haltung bewegen. Erzielen wir daraus einen Erkenntnisgewinn kann dies u.U. eine Änderung in unserem Tun und Verhalten bewirken. Auch gerade deshalb, hat uns der Selbstversuch von Michael Schmiedel interessiert.

Für viele von uns eine verlockende Vorstellung, 24 Stunden mit Nichtstun im Bett zu verbringen. Aber wie fühlt sich das an?

In einem Selbstversuch (der auf 24 Stunden ausgelegt war), auf einer Station des auf die Betreuung und Pflege von Demenzkranken spezialisierten Heim Sonnweid in Wetzikon (CH), wollte Michael Schmieder an sich selbst erfahren, wie es sich anfühlt, im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege dauerhaft ans Bett gebunden zu sein. Den ausführlichen Bericht können Sie unter https://alzheimer.ch/de/alltag/betreuung-und-pflege/magazin-detail/159/einfach-nur-rumliegen-ein-tag-des-scheiterns/ lesen.

Der Ethiker und Pfleger Michael Schmieder gilt als Experte in der Betreuung und Pflege von Menschen, die an einer demenziellen Erkrankung leiden. Als Verwaltungsrat der Sonnweid  AG in Wetzikon (Schweiz), aber auch als Autor und Referent gibt er sein Wissen über Demenz in Wort und Schrift  (Dement, aber nicht bescheuert, Ulstein Verlag) weiter.

Adriano Pierobon

Adriano Pierobon

Mit der Maxime „Das Denken im Nutzen“ einer der Pioniere für die Dienstleistung der häuslichen Rund um die Uhr Pflege in Deutschland. Seit über 30 Jahren!
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