Sollen Treppenhäuser und Flure mit Treppen barrierefrei gestaltet werden, ist der Treppenlift die erste Wahl. Dabei gibt es nicht DEN Treppenlift, sondern vielmehr ganz verschiedene Bauformen und Varianten. Wir verraten Ihnen, wie Sie das passende Modell für sich oder Ihre(n) pflegebedürftige(n) Angehörige(n) finden.

Sitz-, Plattform- oder Hängelift?

Grundlegend kann man Treppenlifte in drei Kategorien aufteilen: Sitzlifte, Hängelifte und Plattformlifte. Außerdem unterscheidet man zwischen Kurventreppenliften und Treppenliften für gerade verlaufende Treppenaufgänge. Da es vor allem bei den Plattform-Liften Bauweisen gibt, die sich stark voneinander unterscheiden, wollen wir an dieser Stelle etwas mehr ins Detail gehen und Ihnen sechs verschiedene Treppenlift-Arten vorstellen.

1. Sitzlift

Der Sitzlift ist die klassischste und wohl bekannteste Form des Treppenlifts. Im Vergleich mit anderen Treppenlift-Varianten sind auch die Kosten für ein entsprechendes Modell relativ gering – jedenfalls bei Sitzliften für gerade Treppen. Wirklich geeignet sind Sitzlifte allerdings nur für Menschen, die noch aus eigener Kraft auf dem Sitz Platz nehmen und im Anschluss schmerzfrei wieder aufstehen können. Platzsparende Modelle verfügen über einen klappbaren Sitz, durch den bei Nichtgebrauch wertvoller Raum eingespart werden kann.

Kosten: 3.000 Euro bis 12.000 Euro

2. Plattformlift

Wer dauerhaft auf eine Gehhilfe (z. B. einen Rollator) oder den Rollstuhl angewiesen ist, macht mit dem Plattformlift alles richtig. Entsprechende Modelle sind befahr- bzw. begehbar und als Ausführung für den Innen- und Außenbereich zu haben. Der Nachteil: Eine ausreichend große Plattform benötigt viel Platz und ist nicht in jeder Immobilie realisierbar. Selbst bei Modellen mit hochklappbarer Plattform sind die Treppen oft zu eng.

Kosten: 7.500 bis 19.000 Euro

3. Hängelift

Der Hängelift ist die platzsparende Alternative zum Plattformlift und gleichermaßen für Rollstuhlfahrer geeignet. Statt an der Wand, wird die Führungsschiene deckenhängend installiert. Dass die Decke eine ausreichende Tragfähigkeit aufweisen sollte, versteht sich von selbst. Der Lift wird an Stahlseilen oder Ketten befestigt und bewegt sich schwebend zwischen den Etagen hin und her. Der Ein- und Ausstieg in den Hängelift erfolgt außerhalb des Treppenbereichs.

Kosten: 7.500 bis 20.000 Euro

4. Steh- und Anlehnlift

Bei einem Anlehnlift “steht” man auf einer rutschfesten Plattform, die kleiner als beim klassischen Plattformlift ist – mit dem Rollator oder dem Rollstuhl ist diese also nicht befahrbar. Der Vorteil im Vergleich zum Sitzlift besteht darin, dass die Beine bei einem Stehlift weder komplett durchgedrückt noch ganz angewinkelt werden müssen. Stattdessen lehnt man bei dieser Treppenlift-Variante wie an einem Barhocker. Durch die platzsparende Bauweise ist ein Steh- bzw. Anlehnlift in fast jedem Treppenhaus realisierbar.

Kosten: 4.000 bis 10.000 Euro

5. Hublift

Hublifte funktionieren wie Hebebühnen und sind somit auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Weil sich die Plattform senkrecht bewegt, wird der Hublift gerne an (kleinen) Außentreppen verbaut. Die Kosten variieren stark. Ausschlaggebend für den Preis ist meist die Höhe, die durch den Hublift überwunden werden muss. Für Höhenunterschiede weit über 1,5 Meter sind Senkrechtlifte die effizientere Wahl.

Kosten: 4.500 bis 15.000 Euro

6. Senkrechtlift

Ebenso wie Hublifte werden Senkrechtlifte NICHT an Führungsschienen befestigt. Der Unterschied zum Hublift besteht jedoch in der Umsetzung. Statt einer simplen Plattform, verfügen Senkrechtlifte oft über ganze Kabinen, die an den klassischen Personenaufzug in öffentlichen Gebäuden erinnern. Besonders luxuriöse Varianten des Senkrechtlifts bezeichnet man als Homelift.

Kosten: ab 13.500 Euro

HUMANIS-Tipp: Treppenlift-Kosten senken

Weil Sie bei der Wahl des richtigen Treppenlifts nicht frei sind, sondern die bestehende körperliche Beeinträchtigung berücksichtigen müssen, können immense Kosten auf Sie zukommen. Besonders die maßgefertigten Führungsschienen für kurvig verlaufende Treppen schlagen ordentlich zu Buche. Nutzen Sie deshalb alle Zuschuss- und Finanzierungsmöglichkeiten für Treppenlifte aus. Die Pflegekasse beteiligt sich beispielsweise mit bis zu 4.000 Euro pro Person an barrierefreien Umbauten. Arbeitgeber können bei der Ausgestaltung barrierefreier Arbeitsplätze von den Integrationsämtern und der Bundesagentur für Arbeit unterstützt werden. Außerdem kann der verbleibende Eigenanteil steuerlich geltend gemacht werden.

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