Ohne Pflegegrad wird die Pflegeversicherung Sie bzw. Ihre/n Angehörige/n nicht mit Geld- / Sachleistungen unterstützen. Jährliche Pauschbeträge für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege werden beispielsweise erst ab Pflegegrad 2 gewährt. Wenn bislang noch kein Pflegegrad zugeteilt wurde oder Sie das Gefühl haben, dass ein höherer Pflegegrad angemessen wäre, beantragen Sie diesen einfach bei der zuständigen Pflegeversicherung.

Schritt 1: Formloser Antrag

In einem ersten Schritt stellen Sie einen formlosen Antrag bei Ihrer bzw. der Krankenkasse Ihres / Ihrer Angehörigen. Die Antragstellung kann schriftlich oder auch telefonisch erfolgen.

Schritt 2: Formular ausfüllen

Im Anschluss an Ihren formlosen Antrag auf Zuteilung eines (höheren) Pflegegrades wird Ihnen die Versicherung ein Formular zukommen lassen. Füllen Sie dieses aus und senden Sie es unterschrieben zurück.

Schritt 3: Termin vereinbaren

Nach Eingang der Formulars wird sich ein Gutachter bei Ihnen melden, um einen Vor-Ort-Termin auszumachen. Bei gesetzl. Versicherten (z. B. bei der AOK, Barmer oder DAK) handelt es sich dabei um einen Gutachter des MDK (MDK = Medizinischer Dienst der Krankenkasse). Bei privat Versicherten ist die Medicproof GmbH für das Gutachten zuständig.

Schritt 4: Entscheidung abwarten

Wird beim Gutachten eine Pflegebedürftigkeit festgestellt, teilt Ihnen die Pflegekasse dies kurze Zeit nach dem Vor-Ort-Termin in einem schriftlichen Bescheid mit. Sollte fälschlicherweise kein Pflegegrad zugewiesen werden oder haben Sie das Gefühl, dass der zugewiesene Pflegegrad zu niedrig ist, können Sie Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen.

Sollten Sie den Antrag persönlich stellen wollen, werden Sie bitte bei einem Pflegestützpunkt vorstellig. Sie und Ihr/e Angehörige/r können sich dort beraten lassen und Pflegeleistungen direkt vor Ort beantragen. Die nächste Auskunfts- und Beratungsstelle finden Sie schnell über das Internet oder die Gelben Seiten.

Neue Pflegegrade ersetzen die alten Pflegestufen

Zum 1.1.2017 haben die fünf neuen Pflegegrade die bis dato geltenden drei Pflegestufen ersetzt. Auch das Begutachtungsverfahren zur Einstufung in einen Pflegegrad hat sich geändert. Grundlage der Leistungen der Pflegeversicherung ist der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der im Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) genau definiert, wann ein Mensch als pflegebedürftig gilt. Darin heißt es:

Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.

Pflegebedürftigkeitsbegriff laut § 14 SGB XI

Die Pflegegrade im Überblick

Erfahren Sie mehr über die Pflegegrade 1 bis 5. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und welchen Leistungen stehen Betroffenen zu?

Pflegegrad abgelehnt oder falsch?

Bis zu 70 % der MDK-Gutachten sind nicht korrekt. Prüfen Sie deshalb genau, ob der Ihnen zugeteilte Pflegegrad korrekt ist oder ob Ihnen weiterführende Pflegeleistungen zustehen. Im Falle einer Ablehnung bzw. eines negativen Bescheids der Pflegekasse haben Sie einen Monat Zeit, formlos Einspruch zu erheben und ein Widerspruchsverfahren zu eröffnen.

Kurzzeitpflege

24-Stunden-Pflege

24 Stunden Pflege

Verhinderungspflege

Beratungseinsatz

Beratungseinsatz

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