Die Vorstellung, seinen Lebensabend in einem Altenheim zu verbringen, ist nicht für jeden Menschen eine begrüßenswerte Aussicht. Dabei geht es nicht nur um die Tatsache, die eigenen vier Wände zu verlassen, sich vom geliebten Haustier und liebgewonnenen Möbeln zu trennen, sondern der Wunsch nach Selbstbestimmung spielt bei diesem Unwohlsein auch in hohem Alter eine große Rolle. Damit ältere Menschen länger zuhause wohnen können, werden Wohnungen nach neustem technischen Standards als Pilotprojekt gebaut. Mit großem Erfolg.

Mit zunehmendem Alter kommen kleine und große Zipperlein, die meist dazu führen, dass ältere Menschen ihr geliebtes Zuhause aufgeben müssen und ein Altenheim beziehen. Das muss vielleicht in Zukunft nicht mehr (so schnell) sein, denn schlaue Lichtschalter, mobile Warnsysteme und versteckte Haltestangen helfen dabei, das Heim länger zu bewohnen.

Zumindest zeigt das ein Pilotprojekt in Berlin Marzahn mit ausgeklügelter Ambient Assisted Living, kurz AAL oder in deutscher Sprache „altersgerechte Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben“. Die so ausgerichtete Wohnung kann seit mehreren Jahren dort besichtigt werden und soll als Maßgabe für die 11 Millionen altersgerechten Wohnungen gelten, die bis 2030 noch gebraucht werden. In Berlin selbst sind erst 5% der Wohnungen den Bedürfnissen einer älteren Generation angemessen gestaltet.

 

Big Watching gegen Entmündigung

Dabei gibt es so viele Möglichkeiten mit AAL: Beginnen wir mit dem Generalschalter im Flur, der dafür sorgt, dass alle elektrischen Geräte (außer der Kühlschrank) ausgehen. Einmal drücken und Sie können beruhigt ins Bett gehen oder das Haus verlassen. Bemerkt das Smarthome Abweichungen, wie weniger Bewegung als üblich oder das Wasser wird kaum benutzt, geht automatisch eine Nachricht an den Pflegedienst oder Angehörige raus. Das passiert auch, wenn die versteckten Sensoren am Bett einen Sturz registrieren.

Besonders hilfreich ist eine Lichtleiste zum Bad. Sie springt an, wenn Sie nachts das Bett zum Toilettengang verlassen. Eine sinnvolle Erfindung, denn laut einer Erhebung des Frauenhofer-Instituts sterben 40.000 Hochbetagte genau hier durch Stürze und mangelnde Möglichkeiten, schnell Hilfe zu rufen. Doch die Möglichkeiten von AAL gehen noch weiter: In der Küche wird per Sensor der Herd ausgeschaltet, sobald es über einen gewissen Zeitraum keine Bewegung mehr gibt. Oder aber das Geschirr im Oberschrank wird per Fahrstuhl entgegengefahren, so dass auch Rollstuhlfahrer es entnehmen können. Schön sind auch die motorbetriebenen Aufstehsessel, die Unterstützung beim Hinsetzen und Aufstehen geben oder Kleiderschränke, deren Stangen über eine Fernbedienung gehoben oder gesenkt werden können. Funkalarmbetriebene Fenster und Türen öffnen die Schiebetüren automatisch oder erinnern ans Belüften und regeln Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Nun fragen Sie sicher, was so eine Wohnung kostet. Im Schnitt sind es zwischen 15.000-20.000 Euro, um spürbare Erleichterungen zu erreichen. Eine Investition, die viele in Kauf nehmen würde, um Zuhause wohnen bleiben zu können, denn auch ein Aufenthalt im Alters- oder Pflegeheim ist nicht umsonst.

 

Jedes Ziel beginnt mit kleinen Schritten

Wer das (erst einmal) finanziell nicht leisten kann, beginnt einfach mit kleinen Mitteln. Das Verstecken von Kabeln und stolperfreien Böden können Sie schnell und kostensparend umsetzen. Auch eine versteckte Lichtleiste zum Bad sollte schnell realisierbar sein. Möchten Sie sich weiter über dieses Thema informieren, empfehlen wir Ihnen das Buch “Sturzprävention bei älteren Menschen: Risiken – Folgen – Maßnahmen“ unseres Geschäftsführers Adriano Pierobon zu diesem Thema, dass Sie online bestellen können. Hier finden Sie und auch Pflegeprofis diverse Videos, Informationen und Checklisten zur Unfallvermeidung.

Wenn es dann doch nicht ohne fremde Hilfe geht, stehen wir Ihnen mit unserer Rund-um-die-Uhr-Betreuung als Alternative zum Pflegeheim in ganz Deutschland zur Verfügung.

Bei Fragen rufen Sie uns gerne an 0721 27111 oder besuchen unsere Homepage unter: https://www.humanis-pflege.de

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