MRSA-Infektionen in der häuslichen Pflege

Multiresistente Keime, davon hat jeder schon gehört. Am bekanntesten ist das Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus-Bakterium, kurz MRSA genannt. Umgangssprachlich ist das Bakterium auch als Krankenhauskeim bekannt. Waren multiresistente Keime meist in Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen bekannt, so kommen sie inzwischen auch in Haushalten vor. Entweder werden sie durch die Betroffenen nach einem Krankenhausaufenthalt unbemerkt selbst „eingeschleppt“ oder durch ambulante Pflegedienstmitarbeiter bei der Pflege zuhause übertragen. Bei letztgenannten ist häufig mangelnde Hygiene ein Grund der Erregerübertragung. Da resistente Keime immer häufiger auftreten, hat sich auch die Anzahl der zuhause lebenden Betroffenen erhöht. D.h. Pflegekräfte in der ambulanten Pflege haben durch wechselnde Patienten ein erhöhtes Risiko, mit Infizierten in Kontakt zu kommen. Berücksichtigt man nun die Verweildauer der ambulanten Pflegekraft beim einzelnen Patienten, kann man mutmaßen, dass es mit dem Händewaschen und Desinfizieren oftmals nicht so genau genommen wird. Das ist tragisch, vor allem wenn man weiß, dass mangelnde Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Desinfektion eine Übertragung des Keimes verhindern können. Dieser wird nämlich in den meisten Fällen durch direkten Hautkontakt übertragen.

Zahlen vom Robert-Bosch-Institut Berlin belegen: 2015 gab es 3.591 gemeldete MRSA Fälle in Deutschland. Davon waren mehr als 82% der Betroffenen über 80 Jahre. Am häufigsten treten MRSA-Infektionen mit 31% an invasiven Zugängen auf. Mit 21% an Haut und Weichteilen (auch Wunden) und mit 18% als Infektion des Respirationstrakts.

Händewaschen hilft gegen MRSA-Infektionen in der häuslichen Pflege

Egal ob MRSA, Darminfektionen oder Grippe: ein Großteil dieser ansteckenden Krankheiten wird über die Hände übertragen. Als wirksame Präventivmaßnahme bleibt hier das sorgfältige Händewaschen.

Befragungen haben gezeigt, dass sich die Meisten von uns für das Händewaschen weniger als 20 Sekunden Zeit nehmen. Das ist aber zu kurz. Erst ab einer Dauer von über 20 Sekunden lässt sich die Keimanzahl auf den Händen wirksam reduzieren.

In der ambulanten Pflege ist darüber hinaus zusätzlich eine hygienische Händedesinfektion vorzunehmen. Diese sollte zum Patientenschutz vor und nach einer Tätigkeit durchgeführt werden. Zum Hautschutz sollte die Pflegekraft auf eine pflegende und fettende Hautcreme nicht verzichten.

Tipp: Bei einer bekannten MRSA Infektion sollten Mitarbeiter auf spezielle Schutzsets zurückgreifen.

 

Mehr Informationen unter: http://www.pflegewiki.de/wiki/H%C3%A4ndewaschen

Adriano Pierobon

Adriano Pierobon

Mit der Maxime „Das Denken im Nutzen“ einer der Pioniere für die Dienstleistung der häuslichen Rund um die Uhr Pflege in Deutschland. Seit über 30 Jahren!
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