Normalerweise verordnet der Arzt Ihnen Medikamente und Ihr Apotheker weist zusätzlich auf die Einnahmeweise hin und Sie als Patient berücksichtigen sollten. Doch in Wirklichkeit hält sich kaum jemand an diese Vorschriften. Tabletten sind in Deutschland teilweise zum Grundnahrungsmittel geworden – und dies nicht nur bei Senioren. Doch wer seine Medizin nicht gewissenhaft und nach Plan einnimmt, schadet vor allem sich selbst.

Wie sieht Medikamenteneinnahme in Wirklichkeit aus?

Nicht nur ältere Menschen bekämpfen ihre Beschwerden mit Arzneien, die Alterstendenz fällt stetig. Laut TK-Gesundheitsreport von 2016 bekommen erwerbstätige für 250 Tage im Jahr Medikamente zur Einnahme, am häufigsten Herz-Kreislauf-Medikamente. Besorgniserregend sind nicht nur das immer jüngere Alter der Patienten, sondern die Tatsache, dass bis zu 83 Prozent der Patienten sehr leichtsinnig mit Medikamenten umgehen. Wie das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information zeigt, verursachen Patienten jährlich 10 Milliarden Euro Kosten aufgrund falscher Einnahme von Medikamenten. Die medizinischen Folgen für die Betroffenen sind leider oftmals verheerender. Besonders hart trifft es Bluthochdruckpatienten, die im schlimmsten Fall Schlaganfälle erleiden, gelähmt bleiben oder deren Lebenserwartung spürbar sinkt.

Unerwünschte Nebenwirkungen können lebensbedrohlich sein

Weitere Probleme sind unerwünschte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Medikamenten. Signifikant sind hier die Ergebnisse der ADRED-Studie unter der Leitung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. In den 30 Tagen des Untersuchungszeitraums 12% der teilnehmenden Patienten mit Verdacht auf unerwünschte Nebenwirkungen des Medikamentes in Notaufnahmen eingeliefert.  Nicht nur die Studie zeigt, dass unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu den häufigen Gründen für gesundheitliche Komplikationen zählen. Die Gründe hierfür sind Medikationsfehler, wie leichtsinnige Einnahme, Wechselwirkung mit anderen Medikamenten oder auch falsche Dosierung. Auch freiverkäufliche Medikamente wie Ibuprofen, ASS und Paracetamol, können die Wirkungen verlieren bzw. andere Medikamente beeinflussen. Vor allem ältere Menschen haben häufig einen „Pillencocktail“, der gewissenhaft und nach Plan eingenommen werden muss, um unerwünschte Folgen zu verhindern.

 

Die HUMANIS-Checkliste zur Medikamenteneinnahme: Darauf sollten Sie achten

Damit Ihrer Gesundheit nichts Schlechtes widerfährt, hat das Team von HUMANIS Ihnen eine kleine Checkliste erstellt.

Wir empfehlen Ihnen deshalb:

  1. Einen Medikationsplan zu erstellen: wenn Sie mehr als drei Tabletten einnehmen müssen, dokumentieren Sie am besten Ihre Einnahme in einem kleinen Heftchen, um den Überblick zu behalten. Dies hilft Ihnen, Ihrem Pflegepersonal und den Ärzten im Notfall.
  2. Den richtigen Zeitpunkt beachten: Vor dem Essen heißt ca. eine Stunde vorher, nach dem Essen ca. 2 Stunden später. Planen Sie bitte Tagesroutinen ein, um so den Spiegel des Medikaments in Ihrem Blut zu halten und die Einnahme zum selben Zeitpunkt zu gewährleisten.
  3. Einnahme nur mit stillem Leitungswasser: Viele Lebensmittel und Säfte können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen oder sogar aussetzen. Besonders mit Milch, Grapefruitsaft und anderen Obstsäfte, Cola-Getränken, Kaffee, schwarzem, grünem oder Mate-Tee kann es zu Wechselwirkungen kommen. Gehen Sie hier bitte auf Nummer sicher und trinken Sie Wasser bei der Medikamenteneinnahme.
  4. Richtiges Teilen der Tabletten: Nutzen sie lieber einen Tablettenteiler, um Dosierungsfehler zu vermeiden. Damit sind Sie auch auf der sicheren Seite, wenn Sie eine halbe oder eine Vierteltablette eines Medikaments verschrieben bekommen haben.
  5. Richtige Lagerung: Wählen sie einen trocknen, dunklen und kühlen Ort. Sonne und Feuchtigkeit können die Wirkung Ihrer Arzneimittel beeinträchtigen bzw. verhindern.
  1. Nutzen Sie eine Arzneimittelkassette: Wer Sorgen hat, den Überblick zu verlieren, kann sich einen Tablettensortierer besorgen. Diese praktischen Hilfen machen das Tablettennehmen einfacher, weil Sie für jeden Tag der Woche für morgens, mittags und abends Ihre Tabletten vorsortieren können.
  2. Informieren Sie Ihren Arzt auch über nicht verschreibungspflichtige Medikamente, die Sie einnehmen: Manchmal gehen Medikamente auch mit nicht verschreibungspflichtige Nahrungsergänzungsmitteln oder pflanzlichen Heilmitteln Wechselwirkungen ein. Auch über deren Einnahme sollte Ihr Arzt informiert sein.
  3. Sagen Sie umgehend Bescheid, wenn Sie Ungewöhnliches bemerken: Unterrichten Sie Ihren Arzt umgehend, wenn Sie ungewöhnliche Beschwerden haben, besonders, wenn Sie neue Medikamente nehmen. Jeder Mensch reagiert auf Wirkstoffe anders. Möglicherweise vertragen Sie das Medikament nicht so gut. Dann wird Ihr Arzt Alternativen finden.
  4. Sie fühlen sich besser? Das freut uns sehr, ist aber kein Grund für Leichtsinn. Bitte setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab. Das kann besonders bei chronischen Erkrankungen fatale Folgen haben.
  5. Sie haben vergessen, bestimmte Tabletten vergessen? Wenn Sie einmal Ihre Medikamente nicht eingenommen haben, nehmen Sie bitte nicht die doppelte Dosis. Meistens befindet sich noch ein gewisser Spiegel im Blut, so dass dies kein Problem darstellt. Gefährlich und zum Teil lebensgefährlich wird es bei Bluthochdruck-, Diabetes- oder Epilepsiemedikamenten. Hier und auch bei allen anderen empfiehlt Ihnen das Team von HUMANIS, rufen Sie bitte Ihren Hausarzt an und erkundigen sich, was zu tun ist.

 

Wie Sie sehen, sind mit der Einnahme von Medikamenten meist Risiken verbunden. Achten Sie deshalb besonders auf die richtige Einnahme und beherzigen Sie die Ratschläge des Arztes und Apothekers, denn wir von HUMANIS wünschen uns, dass Sie gesund und munter bleiben. Falls Sie lieber persönliche Unterstützung beim Stellen der Medikamente haben möchten, wenden Sie sich gern an uns. Das Pflege-Team von HUMANIS ist gerne für Sie da.

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